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Auf dem Ghiacciaio della Marmolada, Blick ostwärts zum Monte Pelmo (Mitte) und Civetta (rechts hinten). Die Dolomiten waren der liebste Playground von Alber Ier. Ihr höchster Gipfel ist die Marmolada (3343 m); der Roi Alpiniste erkletterte sie 1908 durch die 800 Meter hohe Südwand.

Preisträger

2020 - 2024

Nina Caprez

"Nina Caprez, 1986 in Küblis in der Schweiz geboren, entdeckt mit 13 Jahren das Felsklettern. Danach widmete sie sich mit Leib und Seele dieser Leidenschaft, zunächst bei Wettkämpfen, dann bei langen, schwierigen Routen. Zu ihren Erfolgen zählen zahlreiche Erstbegehungen durch eine Frau, wie Ultime Démence (8a+, Verdon, Frankreich, 2009), Silbergeier (8b+, Rätikon, Schweiz, 2012) oder Orbayu (8b+/c, Naranjo de Bulnes, Spanien, 2014). Im Jahr 2022 brachte sie Lia zur Welt. Weniger als ein Jahr später kehrte sie auf das höchste Niveau zurück, als sie als erste Frau die Route Yeah Man (8b++, Gastlosen, Schweiz) frei kletterte.

Für Nina Caprez ist es wesentlich, ihre Leidenschaft weiterzugeben. Durch die positiven und integrativen Werte des Kletterns möchte sie auf andere Menschen zugehen und ihnen auf ihrem schwierigen Lebensweg helfen. 2017 unterstützte sie mit der Organisation ClimbAid, die Menschen hilft, die von Krieg und Armut betroffen sind, syrische Flüchtlinge im Libanon. 2020 gründete sie mit ihrem Lebensgefährten Jérémy Bernard Andrea: Mithilfe eines Lastwagens, der eine abnehmbare Kletterwand transportiert, bringen sie, als Familie, Unterstützung, Wiedervereinigung und Unterhaltung in ärmste Gemeinden.

Nina Caprez führt ihr Leben intensiv und frei, in völliger Übereinstimmung mit dieser Leidenschaft für die Berge, die sie mit Begeisterung weitergibt. Klettern ist ein vertikaler Tanz zum Himmel, der sie mit den anspruchsvollsten Klippen der Welt eins werden lässt. Vor allem aber ist es ein Weg, sich mit anderen Menschen zu verbinden, unabhängig von ihrer Herkunft und ihrer Geschichte, und die Bedürftigsten zu unterstützen, indem sie ihre Leidenschaft teilt."

Albert Mountain Award 2024

Werner Bellwald

"Werner Bellwald, geboren 1960 in Basel, ist ein vielseitiger Walliser Kulturwissenschaftler und Historiker. Sein Werdegang führte ihn über Basel, Wien, Aix-en-Provence und Freiburg im Breisgau, wo er in Europäischer Ethnologie und Geschichte promovierte. Werner Bellwald hat über zwanzig Bücher und Broschüren sowie mehr als achtzig Artikel zu Themen wie ländliche Architektur, Geschichte, Gewerbe, Industrie und Bräuche veröffentlicht. Als Geschäftsführer des Walliser Museumsverbands und als Lehrbeauftragter an der Universität Basel konnte er sein breites Wissen vulgarisieren.

Werner Bellwalds Schaffen zeichnet sich aus in der Erforschung und Darstellung von Bergkultur und -geschichte. Sein Engagement für die kulturelle Vielfalt und das Verständnis für die alpine Welt haben die Berge nicht nur als geographische, sondern auch als kulturelle Landschaft nachhaltig geprägt. Sein Sperrmüllmuseum im Lötschental reflektiert sein tiefes Interesse am nachhaltigen Umgang mit Ressourcen und der Schöpfung.

Das Werk von Werner Bellwald ist ein lebendiges Beispiel dafür, wie man durch Bildung und Kulturerhalt einen wesentlichen Beitrag zum Schutz und zur Würdigung der Bergwelt leisten kann. Davon zeugen seine Museumsarbeit, seine Filme und seine Publikationen wie „Umnutzung von Ökonomiebauten. Ein Ratgeber zum Erhalten oder Umbauen von Speichern, Stadeln, Ställen und Scheunen“ (2011) oder „Dikki Suppa. Ein Dialektwörterbuch aus dem Lötschental“ (2020)."

Albert Mountain Award 2024

ARCOS

"Die 1995 gegründete Albertine Rift Conservation Society ist eine regionale Nichtregierungsorganisation, die im Vereinigten Königreich offiziell als Wohltätigkeitsorganisation und in Ruanda und Uganda als internationale Nichtregierungsorganisation registriert ist. Ursprünglich konzentrierte sich ARCOS auf die Bergregion des Albertine Rift,  erweiterte dann aber schrittweise ihre Aktivitäten auf die Afrikanischen Grossen Seen und alle Gebirge Afrikas. 2012 erhielt ARCOS den MacArthur Award for Creative and Effective Institutions als Anerkennung für ihre Leistungen bei der Förderung gemeinsamer Naturschutz- und Entwicklungsaktivitäten; 2023 ehrte One Tree Planted ARCOS als ersten und ältesten Partner für Landschaftsrestauration in Afrika.

ARCOS ist international als Afrikas führende Nichtregierungsorganisation für Berggebiete anerkannt. Sie fördert das integrierte Management der Biodiversität und Ökosystemdienstleistungen, unterstützt die Bewältigung des Klimawandels und stärkt regionale Basisorganisationen. Damit werden diese in Lage versetzt, einen wirksamen Umwelt- und Klimaschutz zu betreiben.

ARCOS spielt in Afrika eine führende Rolle bei der Wiederherstellung von Landschaften auf mehr als 40’000 Hektaren, woran über 56’000 Kleinbäuerinnen und Kleinbauern beteiligt sind. Der einzigartige integrierte Gemeinschaftsansatz (ARCOS' BEST-Approach) legt den Schwerpunkt auf regionale Basisinstitutionen und die Integration von Biodiversität, auf nachhaltige Entwicklungsmodelle und Umlauffonds. Die von ARCOS entwickelten Projekte zeigen, wie die Verbindung von wissenschaftlichen Grundlagen mit der ökologischen, sozialen und wirtschaftlichen Dimension der Nachhaltigkeit Natur und Mensch zugutekommen können."

Albert Mountain Award 2024

Vorname Name

«Der Salzdisdiudowdw

Albert Mountain Award 2010

 

Albert Precht starb am 8. Mai 2015 bei einem Kletterunfall auf Kreta, Griechenland.

Bernd Arnold

"Bernd Arnold, 1947 im ostdeutschen Hohnstein geboren, ist ein wegweisender Kletterer und Alpinist. Der gelernte Buchdrucker begann mit zwölf Jahren zu klettern und prägte diesen Sport im heimatlichen Elbsandsteingebirge während Jahrzehnten. Er machte aber auch Erstbegehungen in der Sowjetunion, Polen, Slowakei, Rumänien, Bulgarien und Nordkorea, seit Ende der 1980er Jahre im Karakorum, in Mali, Jordanien, Venezuela, Madagaskar und Patagonien.

Das Elbsandsteingebirge ist ein, wenn nicht das Eldorado des Freikletterns weltweit, und Bernd Arnold ist sein ungekrönter König. Mehr als 900 schwierigste und allerschwierigste Routen hat er seit 1962 an den Nadeln, Türmen und Wänden der Sächsischen und Böhmischen Schweiz erstbegangen. Und so entscheidend dazu beigetragen, dem Klettern by fair means neue Triebkraft zu verleihen.

Bernd Arnold, Ehrenbürger seines Wohnortes Hohnstein und Ehrenmitglied des Sächsischen Bergsteigerbundes, gibt als Kletterlehrer, Kursleiter und Trainer sein Wissen und Können vorbildlich bis heute an die junge Generation weiter. Er ist Autor verschiedener Kletterführer für das Elbsandsteingebirge und des Buches «Zwischen Schneckenhaus und Dom»; zudem wirkte er an Publikationen zur Bergsport-Geschichte der Sächsischen Schweiz mit. Im Panico Alpinverlag gibt Peter Brunnert eine Trilogie über das Leben und Wirken von Bernd Arnold heraus: «Ein Grenzgang» (2017), «Barfuß im Sand» (2020) und «Riders on the Storm» (2023)."

 

Albert Mountain Award 2022

 

Bilderrechte: Kirsten Nijhof

Sofie Lenaerts

"Sofie Lenaerts, 1975 in Leuven geboren, ist eine belgische Spitzenalpinistin, Verkehrspolizeibeamtin, Fernsehmoderatorin und Teilnehmerin an karitativen Sportveranstaltungen. Von 2009 bis 2020 bestieg sie als erste Frau aus den Benelux-Ländern die höchsten Gipfel der sieben Kontinente. 2015 gelang ihr eine Solobesteigung des Khan Tengri (7010 m) im Tian-Shan-Gebirge. Während Sofie Lenaerts den Glanz des Höhenbergsteigens entdeckte, entwickelte sie immer mehr Respekt für die Kultur und die Lebensweise der Bergbevölkerung.

Die Erkenntnis, dass der Zugang zu abgelegenen Berggebieten ohne die Hilfe der lokalen Bevölkerung nicht nachhaltig erfolgreich sein kann, bewog Sofie Lenaerts, ihre Expeditionen mit humanitären Projekten in Nepal, Pakistan und anderen Gebirgsregionen zu erweitern. So verknotet sie vorbildlich, finanziell und medial ihre Bergreisen mit humanitären Projekten wie der Unterstützung von Schulen, Waisenhäusern, Kliniken oder lokalen Sportinitiativen.

Durch Vorträge, Zeitschriftenartikel, Schulungen und Crowdfunding macht Sofie Lenaerts, oft zusammen mit ihrem Lebens- und Seilpartner Stef Maginelle, darauf aufmerksam, dass Expeditionen und Trekkingtouren die Lebensbedingungen der Einheimischen verbessern sollten – und dies auch können mit dem nötigen Bewusstsein und Handeln. Auf diese Weise ermutigt Sofie Lenaerts heutige und künftige BergsteigerInnen zu einem verantwortungsvollen Tun, bei dem nicht der Gipfel oder der Pass das wichtigste Ziel ist, sondern der Weg dorthin und das Wie."

Albert Mountain Award 2022

Nam Nan-hee

"Nam Nan-hee, 1957 in Uljin-gun, Republik Korea, geboren, ist eine der vielseitigsten Alpinistinnen Asiens und engagierte Botschafterin für die Bergwelt Koreas. Nach Abschluss der Korean Alpine School (1981) erreichte Nam Nan-hee mit Erstbegehungen in Nepal und Südkorea, als Expeditionsalpinistin, Felskletterin und Eisfallkletterin, grosse alpinistische Erfolge. Mehr und mehr wandte sich Nam Nan-hee in ihrem späteren Wirken dem Weitwandern zu, so in Südkorea, Japan, China und den USA.

Nam Nan-hees Passion und Vision ist das grenzüberschreitende Durchschreiten von  Gebirgszügen und deren Wahrnehmung als verbindende Kulturräume. Im Zentrum ihrer Aufmerksamkeit steht der Baekdudaegan, das Gebirge, das die ganze koreanische Halbinsel verbindet. Nam Nan-hees unerreichter Traum ist es, einen Peace-Trail zu schaffen, der vom heute nordkoreanischen Baektusan bis zum Jirisan im Süden Südkoreas führen soll.

 Dieses Engagement ist in seiner Hartnäckigkeit einzigartig. Es verbindet alpinistisches Wissen mit kultureller Sensitivität und gesellschaftlichem Gestaltungswillen. Nam Nan-hee hat sich als Buchautorin, Weitwanderin und Bergführerin weit über Südkorea hinaus einen Namen geschaffen."

Albert Mountain Award 2022

Gletscherarchiv, GöF

"Die Gesellschaft für ökologische Forschung in München engagiert sich seit 1977 für die Analyse natur- und sozialwissenschaftlicher Aspekte der Industrialisierung und für nachhaltigen Umgang mit den entsprechenden Umweltfragen. Das von ihr ins Leben gerufene Gletscherarchiv dokumentiert anhand präzise nachgestellter Wiederholungsaufnahmen von alten Bildern und Postkarten den raschen und sich zunehmend beschleunigenden Gletscherschwund in den Alpen. Die so entstandene Bildersammlung kombiniert technische Präzision, fokussierte Beharrlichkeit und emotionale Wahrnehmung. Sie trägt in einzigartiger Weise zur öffentlichen Kommunikation in der Klimadiskussion bei.

Die Gesellschaft für ökologische Forschung in München dokumentiert den Gletscherschwund in den Alpen mit systematischen Vergleichsaufnahmen zu früheren Bildern und Postkarten. Das so entstandene einzigartige Gletscherarchiv ist im Internet zugänglich, hat in Buchform und als Ausstellung international starke Resonanz erhalten und wird in Schulen und vielfältigen Publikationen genutzt. Diese vorbildliche Kommunikation trägt wesentlich dazu bei, Öffentlichkeit und Politik zu Fragen des Klimawandels und seiner Folgen in Hochgebirgsregionen zu sensibilisieren.

Der Verlust eines Grossteils des Gletschervolumens weltweit ist heute bereits wesentlich vorbestimmt. Das weitergeführte Gletscherarchiv wird dadurch zunehmend zu einer kostbaren Erinnerungsdokumentation für zukünftige Generationen, liefert darüber hinaus aber auch eine wichtige Grundlage zur öffentlichen Reflexion über den nachhaltigen Umgang mit neu entstehenden Landschaften im ehemals vergletscherten Hochgebirge."

Albert Mountain Award 2022

Christian Zehnder

«Der Schweizer Musiker Christian Zehnder, geboren 1961 in Zürich, beschäftigt sich als Sänger, Stimmakrobat, Komponist, Regisseur und Performer seit Jahren mit den Alpen als Klangraum. Ihn interessieren nonverbale Ausdrucksformen der menschlichen Stimme wie Jutz und Jodel, die er mit zeitgenössischen Körperstimmtechniken und Obertongesang zusammenführt und weiterentwickelt.

Christian Zehnder ist als Grenzgänger zwischen Jazz, Klassik und alpiner Volksmusik ein Wegbereiter der Neuen Musik. Er prägte die Begriffe Urban Jodeling und Neue alpine Musik, erforschte Echos und andere Urklänge und verband in grösster Selbstverständlichkeit Oper mit Jodel und Avantgarde mit Heimatklängen. Seine Musik trug er in verschiedenen Formationen, unter anderem mit dem Duo Stimmhorn, in die ganze Welt. Das macht ihn zu einem der innovativsten und kreativsten Kulturbotschafter des Alpenraumes.

Christian Zehnder ist heute künstlerischer Leiter der Klangwelt Toggenburg und des neu entstehenden Klanghauses, ein einmaliges Zentrum für Klang und Resonanz mitten im alpinen Raum, das einem breiten Publikum neue Zugänge zu den Alpen als Klanglandschaft eröffnen wird.»

Albert Mountain Award 2020

L'Alpe

«Die 1998 vom Verleger Jacques Glénat in Zusammenarbeit mit dem Musée dauphinois in Grenoble gegründete Vierteljahreszeitschrift «L’Alpe» untersucht und beleuchtet die unterschiedlichsten Aspekte des ganzen Alpenbogens. Dabei liegt das Schwergewicht auf der Kultur und dem Erbe des alpinen Europa: seiner Geschichte, Gegenwart und Zukunft. Jedes der bisher 90 erschienenen grossformatigen Hefte, jeweils bis 96 Seiten dick, widmet sich ausführlich einem Thema.

«L’Alpe» ist die erste und einzige Kulturzeitschrift, die sich den eingängigen und versteckten, den grossen und kleinen Alpenthemen umfassend und überraschend, tiefschürfend und hintergründig annimmt. Mit klugen und lesbaren Texten, mit grossartigen, oft erstmals publizierten Illustrationen, mit feinen Legenden, oft mit einem ausführlichen Anhang, immer mit weiterführender Literatur. Wenn L’Alpe sich einen alpinen Stoff vornimmt, setzt die Zeitschrift einen unübersehbaren Markstein. Und reisst gleichzeitig Diskussionen vom Zaun.

Neben dem fundierten Dossier zu einem bestimmten Gebiet gestaltet jede Ausgabe weitere besondere Geschichten, verwaltet mit Portfolios das fotografische Erbe der Alpenwelt und berichtet ausführlich über Aktualitäten zwischen Nizza und Wien: Anlässe, Begegnungen, Ausstellungen und Literatur.»

Albert Mountain Award 2020

SLF

«Die Schnee- und Lawinenforschung in der Schweiz institutionalisierte sich ab den 1930er Jahren und führte 1942 zur Gründung des Instituts für Schnee- und Lawinenforschung SLF auf dem Weissfluhjoch/Davos. Das Institut bearbeitet die Lawinenthematik mit grosser vertikaler Tiefe: von der anwendungsorientierten Grundlagenforschung über die Entwicklung von praxisbezogenen Verfahren bis hin zur Ausbildung von Fachleuten und Entscheidungsträgern in den Regionen. Seit den 1970er Jahren werden auf Gemeindeebene nach den am SLF in enger Zusammenarbeit mit der Praxis entwickelten Richtlinien Lawinen-Gefahrenzonenpläne erstellt. 

Das SLF hat den Aufbau einer hochstehenden Wissensbasis zu Schnee und Lawinen im Hochgebirge in international führender Rolle mitgestaltet und praktische Konzepte zu Fragen des Lawinenschutzes erarbeitet. Durch sein langjähriges, gezieltes Engagement für die öffentliche Lawinenwarnung und den Lawinenschutz hat das Institut gerade im dicht besiedelten und durch winterliche Freizeitaktivitäten intensiv genutzten Alpenraum hohe Standards mit internationaler Ausstrahlung geschaffen.

Die vom SLF auch auf internationaler Ebene wesentlich geprägte Auseinandersetzung mit dem Phänomen der Lawinen hat zu neuen Formen des kollektiven Risikomanagements geführt. 2018 anerkannte die UNESCO den Umgang mit der Lawinengefahr als immaterielles Kulturerbe der Menschheit.»

Albert Mountain Award 2020

2010 - 2018

Nasim Eshqi

«Nasim Eshqi, 1982 in Teheran geboren, ist eine iranische Kletterin. Ihre Sportkarriere begann sie als Kick-Boxerin, und sie blieb während 10 Jahren als Landesmeisterin in dieser Disziplin ungeschlagen. Der Wechsel vom Kampfsport zum Klettern geschah zufälligerweise, als ihre Universität in Teheran sie für eine Expedition auf den Damavand (5604 m) rekrutierte. Sie entdeckte die Welt der Berge – und eine neue Leidenschaft.

Mit bemerkenswertem Willen, Mut und Kraft setzt sich Nasim Eshqi über Grenzen hinweg – über ihre eigenen am Fels wie auch über jene, die ihr die Umgebung auferlegt. Sie geniesst Anerkennung in der internationalen Kletterszene und inspiriert junge Athletinnen und Athleten auf der ganzen Welt.

Zu den grössten Leistungen von Nasim Eshqi gehören einige der schwersten Kletterrouten in Iran wie «Mr Nobody» (8b+), «Pink Panther» (8b), «Iran-Swiss» (8a+) und die von ihr erstbegangene Mehrseillängenroute «A girl for all seasons» (7b). Auch in andern Ländern eröffnete sie mehrere neue Anstiege. Sie ist vielseitig, aber ihre Vorliebe gilt dem traditionellen Klettern. Und ganz wichtig ist ihr die Weitergabe ihres Wissens an die nächsten Generationen.»

Albert Mountain Award 2018

Fulvio Mariani und Mario Casella

«Fulvio Mariani, 1958 in La Chaux-de-Fonds geboren, und Mario Casella, 1959 in Sorengo geboren, setzen sich seit über dreissig Jahren publizistisch mit den Bergen auseinander. Sie tun dies abseits ausgetretener Pfade, der eine als Buchautor und Fernsehjournalist, der andere als Regisseur und Kameramann. Dabei erkunden sie sowohl die Hintergründe des Alpinismus wie das tägliche Leben im Gebirge – meist unabhängig voneinander, oft aber auch zusammen.

Die Filme, die Mario Casella und Fulvio Mariani gemeinsam geschaffen haben, werfen nicht nur einen anderen Blick auf das Bergsteigen, sondern leuchten vor allem die Lebensumstände von Gebirgsvölkern aus – oft in Regionen, die von geopolitischen Konflikten betroffen sind. Mit grosser Neugier, unvoreingenommener Sicht und Tiefenschärfe vermitteln sie ein neues Bild von Kulturen, Menschen und Traditionen, die sonst kaum im Fokus der Bergfilmerei stehen.

Zu ihren eindrücklichsten Dokumentarfilmen gehören «Siachen, una guerra per il ghiaccio» zum indisch-pakistanischen Grenzkrieg oder die Trilogie «Le nevi della seta», in der sie Geschichten aus den Gebirgen am Seidenweg erzählen – aus Iran, Afghanistan, China und Kirgistan. Seit 2012 produzieren sie für die Televisione Svizzera RSI das wöchentliche Sommermagazin «Sottosopra» zum Thema Abenteuer, Reisen, Outdoor und Bergsport.»

Albert Mountain Award 2018

Parco Nazionale Val Grande

«Der Parco Nazionale Val Grande wurde 1992 als grösster Wildnis-Nationalpark der Alpen gegründet. Dieser Nationalpark liegt zwischen dem Lago Maggiore und dem Val d’Ossola im Piemont (Italien). Das Val Grande war über Jahrhunderte eine intensiv bewirtschaftete alpine Kulturlandschaft. Nach dem Zweiten Weltkrieg entwickelte sich das Gebiet rasch zur Wildnis – zu einer sekundären Wildnis, also zu einer Landschaft, die sich in ihren natürlichen Urzustand zurückbildet. Bereits 1998 einmal erweitert, ist zukünftig eine weitere Vergrösserung der Nationalparkfläche geplant.

Der Parco Nazionale Val Grande schützt und erhält eine vom Menschen nicht mehr direkt beeinflusste Bergwildnis. Der Nationalpark will seinen Besucherinnen und Besuchern die Auseinandersetzung mit der Wildnis ermöglichen und einzigartige Naturerlebnisse vermitteln. Damit schafft er ein einmaliges naturtouristisches Angebot.

Der Parco Nazionale Val Grande ist klar dem Wildnis-Konzept verpflichtet. Damit dieser Charakter erhalten bleibt, wird bewusst nur ein Minimum an Übernachtungsmöglichkeiten und markierten Wegen bereitgestellt. Für die Vermittlung der Natur- und Kulturgeschichte unternimmt der Nationalpark grosse Anstrengungen. So soll er nicht zuletzt an die Kriegsverbrechen der nazi-faschistischen Truppen erinnern, die hier Partisanen in grosser Zahl ermordeten.»

Albert Mountain Award 2018

Mark Carey

«Mark Carey, geboren 1969 in Rochester, New York, begann sein lebenslanges Engagement für die Berge als Park Ranger im Mount Rainier und Glacier National Park. Nach seinem Studium der Geschichte mit Schwergewicht in Umweltgeschichte und Geschichte Lateinamerikas wurde er Professor an der Universität von Oregon. Dort leitet er die Forschungsgruppe «Eis und Gesellschaft».

Mit systematischer, innovativer, integrativer und interdisziplinärer wissenschaftlicher Arbeit über Klimawandel, Gesellschaft und Umwelt in Hochgebirgsregionen vermittelt Mark Carey entscheidende Forschungs-Impulse zu Fragen komplexer sozio-ökonomischer und kultureller Aspekte hinsichtlich Klimafolgen für die Lebensbedingungen im Umfeld eisiger Gipfel.

Seine umfassenden Analysen gelten besonders historischen Hintergründen bei Umweltproblemen und der Nutzung natürlicher Ressourcen. Dabei bezieht er einheimisches Wissen und neuartige Forschungsansätze wie hydro-soziale Modellierung mit ein. Er liefert so wichtige Beiträge zu politikrelevanter Planung nachhaltiger Anpassungsstrategien für Menschen, die mit Gletschern leben. Sein preisgekröntes Buch «In the Shadow of Melting Glaciers: Climate Change and Andean Society», ist Meilenstein und Klassiker geworden.»

Albert Mountain Award 2018

Michael Krautblatter

«Michael Krautblatter, geboren 1977 in Erlangen, schloss seine Studien in Geographie und Geologie and den Universitäten von Passau, Durham, Erlangen, Oxford und Bonn im Jahr 2009 mit einer Dissertation über geophysikalisches Monitoring und die Stabilität von Permafrost-Felsflanken in den Alpen ab. Seit 2012 ist er Professor für das Fachgebiet Hangbewegungen an der Technischen Universität München. Mit seinen grundlegenden und innovativen wissenschaftlichen Arbeiten ist Michael Krautblatter zu einem international führenden Experten hinsichtlich der Hangstabilität im Permafrost unter Bedingungen des globalen Klimawandels geworden – einem jungen Forschungsbereich von wachsender Bedeutung für Lebensbedingungen und Alpinismus in kalten Gebirgsregionen.

Bei seinen Forschungsarbeiten verwendet Michal Krautblatter modernste Technologien und kombiniert Feldmessungen mit Laborexperimenten und theoretischer Modellentwicklung. Damit verbessert er in entscheidender Weise unser Verständnis darüber, wie Temperaturänderungen auf Fels- und Eiskomponenten im Permafrost wirken und die Stabilität von eisigen Steilflanken im Hochgebirge langfristig verändern.»

Albert Mountain Award 2016

Claude und Yves Remy

«Claude Remy, 1953 in Lausanne geboren, und Yves Remy, 1956 in der gleichen Schweizer Stadt auf die Welt gekommen, begannen 1970 mit dem Erschliessen von neuen Kletterrouten. Seither haben die beiden rund 15'000 neue Seillängen erstbegangen und für andere Kletterer begehbar gemacht.

Die Gebrüder Remy haben mit legendärem Sinn für kletterbare Linien und nie erlahmender Leidenschaft tausende neuer Kletterrouten in ganz Europa, vor allem aber in der Schweiz und Griechenland, eröffnet und eingerichtet. Sie sind so zu eigentlichen Wegbereitern des Felskletterns als Breitensport emporgestiegen.

Alpine Gebiete wie Grimsel, Salbit, Schlossberg, Wendenstöcke, Engstlenalp, Fieschertal, Sanetsch, L‘Argentine oder Verdon tragen ihre Handschrift ebenso wie St-Loup im Waadtländer Jura oder Kalymnos und Leonidio in Griechenland. Viele der Remy-Routen sind zu Klassikern geworden. Auch als Autoren von Führern und Werken zur Alpinismusgeschichte (Miroir de l'Argentine, Gastlosen und Jura) helfen sie mit, den Klettersport bekannt und beliebt zu machen.»

Albert Mountain Award 2016

 

Nives Meroi und Romano Benet

«Nives Meroi, 1961 in Bonate Sotto bei Bergamo geboren, und Romano Benet, 1962 in Tarvisio geboren, lernten sich im Alter von 19 Jahren kennen. Seither sind sie gemeinsam auf hohem Niveau bergsteigerisch tätig, im Fels und Eis wie im kombinierten Gelände. Weltweit bekannt wurden sie vor allem für ihre Kleinstexpeditionen an Achttausendern.

Nives Meroi und Romano Benet haben ihre wichtigen alpinistischen Unternehmungen stets gemeinsam durchgeführt. Ihre bedingungslose gegenseitige Loyalität versinnbildlicht exemplarisch den Begriff der Seilschaft und zeigt die Kraft der Verbundenheit, des Vertrauens und der Vertrautheit.

Selbst an den höchsten Bergen der Erde sind sie schnell und lautlos unterwegs, verzichten auf künstlichen Sauerstoff und auf Hochträger und pflegen auch in unbekanntem Gelände einen reinen Alpinstil. Damit haben sie bis heute, ohne nennenswerte Sponsoren und während ihrer Freizeit, dreizehn Achttausender bestiegen.»

Albert Mountain Award 2016

 

Slovenski planinski muzej

 

«Das Slowenische Alpine Museum existiert als Idee seit der Gründung des Slowenischen Alpenvereins im Jahre 1893. Eine erste permanente Sammlung wird jedoch erst 1984 begründet. Daraus geht 2010 das neu erbaute Slowenische Alpine Museum in Mojstrana am Eingang zum Triglav-Nationalpark hervor. Seit seiner Gründung gelingt es dem Slowenischen Alpinen Museum, die identitätsstiftende Bedeutung des Bergsteigens und der Berge in Slowenien nachhaltig zu fördern und zu vermitteln. Das Museum spielt eine herausragende Rolle als nationales Dokumentationszentrum des slowenischen Alpinismus und ist ein wichtiger regionaler Kulturveranstalter und touristischer Dienstleister.

Die King Albert I Memorial Foundation erkennt in der steten Auseinandersetzung des Slovenski planinski muzej mit dem Triglav, dem höchsten Berg Sloweniens, einen einzigartigen kulturellen Beitrag für den gesamten Alpenraum. Sie sieht im Museum einen wichtigen Partner für ein künftiges, dichter werdendes Netzwerk europäischer Bergmuseen.»

Albert Mountain Award 2016

 

Schweizerischer Nationalpark

«Der Schweizerische Nationalpark wurde im Jahre 1914 von Pionieren aus dem Kreis der Schweizerischen Naturschutzkommission und des Schweizerischen Bundes für Naturschutz (heute Pro Natura) als erster Nationalpark der Alpen gegründet. Seit 100 Jahren wurden dort menschliche Eingriffe auf ein Minimum beschränkt, was der Wissenschaft erlaubte, das Wirken der Natur und deren Wandel über die Zeit in zahlreichen Forschungsprojekten zu beobachten, zu messen und zu dokumentieren. Gleichzeitig vermittelte der Nationalpark Generationen von Besucherinnen und Besuchern bleibende Eindrücke und tiefe Naturerlebnisse.

Damit wurden die ideellen Ziele der Gründer erfüllt, ein Stück ursprüngliche Naturlandschaft zu bewahren. Aber auch für die Zukunft ist der Park durch das Nationalparkgesetz von 1980 gesichert. Im Jahre 2000 erfolgte eine Erweiterung um die Seenplatte von Macun. 2008 entstand das neue Nationalparkzentrum in Zernez, das den Park einer breiten Öffentlichkeit vorstellt.»

Albert Mountain Award 2014

Peter Bärtsch

«Der 1946 in St. Gallen geborne Peter Bärtsch ist Professor der Medizin und seit 1991 Vorsitzender der Sportmedizin an der Medizinischen Klinik der Universität von Heidelberg, Deutschland. Als führender Wissenschaftler in Höhenmedizin und Sportphysiologie haben seine Studien einen essentiellen Beitrag zu unserem Verständnis über die Effekte der grossen Höhen auf den menschlichen Körper geleistet. Bärtschs Forschung, immer auf höchstem Qualitätsstand, hat sich vor allem auf das Höhenlungenödem, auf die Höhenkrankheit, das Höhentraining und Bluthämostase beim Trainieren wie auch auf die Hypoxie konzentriert.

Dank seiner Arbeit haben wir nun ein besseres Verständnis der Mechanismen, Symptome, Vorbeugung und Behandlung der Höhenkrankheit, des Höhenlungenödems wie auch des Höhenhirnödems. Peter Bärtsch hat zahlreiche wissenschaftliche Arbeiten veröffentlicht. Er ist ehemaliger Präsident der International Society for Mountain Medicine. Bärtsch ist weiter ein begeisterter Alpinist, der nebst zahlreichen Gipfeln auch den Nanga Parbat (8126m) bestieg.»

Albert Mountain Award 2012

Mario Broggi

«Mario Francesco Broggi, geboren 1945 in Sierre (Wallis) und aufgewachsen in Allschwil (Baselland), begeisterte sich schon früh für die Schönheiten der Natur. Nach seinem Studium als Forstingenieur an der ETH Zürich leitete er ein privates Beratungsbüro mit Sitzen in Liechtenstein, der Schweiz und Österreich. Zusätzlich erhielt er Lehraufträge an den Universitäten von Wien und Basel.

1983 bis 1992 war er Präsident der Internationalen Alpenschutzkommission CIPRA, die er grundlegend reorganisierte. Während dieser Zeit war er massgeblich am Zustandekommen der Alpenkonvention beteiligt. Als Direktor leitete er 1997 bis 2004 die Eidg. Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL). Unermüdlich und erfolgreich setzte und setzt sich Mario F. Broggi für den Naturschutz in den Alpen und in anderen Gebirgen der Welt ein. Er legte seine Visionen für die Zukunft der Alpenlandschaften in einer Reihe vielbeachteter Veröffentlichungen dar; besonders zu erwähnen sind die Sammelbände «Mehr Raum für die Natur» (1995) und «Natur und Landschaft im Alpenrheintal» (2009).»

Albert Mountain Award 2012

Mick Fowler

«Mick Fowler, 1956 in London geboren, ist ein führender britischer Alpinist der letzten zwanzig Jahre. Er hat Erstbesteigungen in Fels und Eis in Grossbritannien und in abgelegenen Gebirgen der Welt gemacht. Fowler ist einer der erfolgreichsten und innovativsten Bergsteiger unserer Zeit, fortwährend auf der Suche nach schwierigen und schönen Routen auf grösstenteils unbekannten Gipfeln von einer Höhe bis zu 7000 Metern. Sein einzigartiger Stil stellt sich gegen den heutigen Zeitgeist, bei dem es nur um Rekorde geht.

Fowler ist ein Amateur im besten Sinne des Wortes, der seine Touren in seiner Freizeit absolviert, während er als Steuerbeamter arbeitet und ein begeisterter Familienvater ist. Er schrieb zwei Bücher über seine Abenteuer und ist der aktuelle Präsident des Alpine Club. Zusammen mit Paul Ramsden war er für den Piolet d'Or für ihre Begehung einer neuen Route am Siguniang in der chinesischen Provinz Sichuan nominiert.»

Albert Mountain Award 2012

Lois Hechenblaikner

«Lois Hechenblaikner, geboren 1958 im Alpbachtal in Tirol und dort aufgewachsen, war zwei Jahrzehnte lang in Asien als Reisefotograf tätig. Ab Mitte der 1990er Jahre wandte er sich seiner Heimat zu, um den Wandel der Landschaft und der Menschen durch den immer stärker boomenden (Winter-)Tourismus dokumentarisch und künstlerisch zugleich mit der Kamera festzuhalten – unermüdlich, unmissverständlich, gnadenlos.

Mit seinem fotografischen Schaffen bringt Lois Hechenblaikner den Wandel der alpinen Gesellschaft und Landschaft auf den Punkt. Insbesondere mit seinen Bilderpaaren, worin Hechenblaikner den alten Schwarzweissfotos des Agraringenieurs Armin Kniely von 1940 bis 1970 seine Farbfotos von heute gegenüberstellt, zeigt er mit scheinbar ganz einfachen Mitteln, wie sich die Bergwelt verändert hat. Durch formale Ähnlichkeiten und Überschneidungen entsteht eine Tiefenschärfe, welche die Umgestaltung bis in den hintersten Winkel Tirols ausleuchtet. Und nicht nur dort: «Hinter den Bergen» – so heisst das Buch mit den Bildpaaren aus dem Jahre 2009 – ist überall. Die Eventisierung der Alpen in fortgeschrittenem Stadium dokumentiert Hechenblaikner mit «Winter Wonderland» (2012).»

Albert Mountain Award 2012

Sylvain Jouty

«Sylvain Jouty, 1949 in Paris geboren und dort aufgewachsen, begann mit sechs Jahren in Fontainebleau zu klettern, stand mit zwölf auf dem Mont Blanc, machte mit zwanzig seine erste Erstbegehung. Heute ist er Schriftsteller, Alpinhistoriker sowie Herausgeber der Bergbuchreihen «Retour à la montagne» und «Destins de montagne» (Éditions Hoëbeke). Seit 40 Jahren beschäftigt sich Sylvain Jouty mit der Geschichte des Alpinismus und der Berge in allen Facetten und hat dazu mehrere grundlegende Werke verfasst.

Das Oeuvre von Jouty umfasst Sachbücher, Romane und zahlreiche Artikel. So den 1999 erstmals aufgelegten «Dictionnaire de la montagne», «Montagne, les grandes premières» (2000) und «Les mots de la montagne» (2006), ein grossartiges Taschenbuch voller Erklärungen und Zitate zum überraschend vielfältigen alpinen Wortschatz. Beim «Dictionnaire des Alpes» (2005), dem bisher vollständigsten und umfassendsten Alpenlexikon, wirkte Jouty als Herausgeber und Mitverfasser. Von 1983 bis 1998 leitete er die Zeitschrift «Alpinisme et Randonnée». Seit 2001 amtet er als Geschäftsführer der Société des gens de lettres de France.»

Albert Mountain Award 2012

Martin Price

«Martin Francis Price, geboren 1957 in London, studierte an der Universität Sheffield, Calgary (Kanada), Colorado (USA) und ist jetzt Professor und Direktor des Zentrums für Mountain Studies, der University of Highlands and Islands in Perth, Schottland. Durch seine Zusammenarbeit mit internationalen Organisationen und als Organisator für internationale Gebirgskonferenzen während der letzten zwei Dekaden, hat Martin Price, mit seinem aussergewöhnlich Wissen und seiner editorischen Kompetenz eine entscheidende Rolle für die Berge der Welt gespielt.

Er hat in der UNESCO den Titel eines Präsidenten für nachhaltige Gebirgsentwicklung. Er hat zahlreiche wichtige Bücher  geschrieben und editiert über nachhaltige Gebirgsentwicklung zu Themen wie Wälder, Tourismus, globaler Wandel und interdisziplinäre Forschungszusammenarbeit. Seine globalen Interaktionen und Beiträge zur Gebirgsforschung und Gebirgsentwicklung waren sehr bedeutungsvoll für den Erdgipfel von Rio 1992 und für die Vorbereitung der Konferenz von Rio 2012.»

Albert Mountain Award 2012

Bruno Durrer

«Der Lauterbrunner Arzt und Bergführer Bruno Durrer, 1953 in Goldau geboren, ist einer der erfahrensten und erfolgreichsten Bergrettungsärzte. Er hat bei über 3000 Bergungen verunfallter Bergsteiger und in Lawinen Verschütteter entscheidend mitgewirkt. Durrer hat technische Rettungsstandards weiter entwickelt und damit das Leben zahlreicher Bergsteiger weltweit gerettet.

Er ist Mitbegründer der International Society for Mountain Medicine und der Schweizerischen Gesellschaft für Gebirgsmedizin, zudem ehemaliger Präsident der Medical Commission der UIAA. Er hielt zahlreiche Vorträge und veröffentlichte wissenschaftliche Arbeiten über das Überleben in Lawinen und über Rettungstechniken an Orten wie zum Beispiel der  Eiger-Nordwand. Durrer unternahm zahlreiche Touren in den Alpen und im Himalaya.»

Albert Mountain Award 2010

 

Bruno Durrer starb am 5. Dezember 2016 nach einem Tauchgang auf Sulawesi, Indonesien.

Gerlinde Kaltenbrunner

«Die 1970 in Kirchdorf an der Krems geborene Österreicherin Gerlinde Kaltenbrunner arbeitete als Krankenschwester und hatte schon in jungen Jahren mit ernsthaftem Bergsteigen begonnen. Ihr Enthusiasmus für kalte Höhenluft begann auf dem Vorgipfel des Broad Peak, als sie 23 Jahre alt war. 2003 machte sie das Bergsteigen zu ihrem Beruf, und 2010 hatte sie als erste Frau 13 der 14 Achttausender bestiegen, und zwar «by fair means», also ohne Zuhilfenahme von Flaschensauerstoff.

Gerlinde Kaltenbrunner ist die eleganteste Höhenbergsteigerin unserer Zeit. Und zugleich eine, die vorausklettert, spurt und ihr Gepäck selber trägt. Sie steigt auf die höchsten Gipfel aus Freude am Bergsteigen und nicht mit dem Ziel, als erste Frau auf allen 8000ern zu stehen. In gefährlichen Situationen ist sie auch schon umgekehrt, und sie hat geholfen, krank gewordene Kollegen aus höchster Höhe zu retten. Dank ihres kühnen puristischen Kletterstils ist Gerlinde Kaltenbrunner ein Vorbild für den Frauenalpinismus. Zusammen mit Karin Steinbach schrieb sie die Autobiografie «Ganz bei mir. Leidenschaft Achttausender» (2009).»

Albert Mountain Award 2010

Christian Körner

«Christian Körner, 1949 geboren in Salzburg, studierte in Innsbruck und wurde 1989 Professor am Botanischen Institut der Universität Basel. Durch seine Forschung und Lehre, mit seinen Publikationen und unermüdlichen Engagements in internationalen Organisationen und Forschungsprogrammen wurde Christian Körner ein führender Experte  für das Verstehen des pflanzlichen Lebens in grossen Höhen mit einer globalen Perspektive. Seine Studien zur funktionalen Ökologie von Hochgebirgsökosystemen, insbesondere das Phänomen einer weltweiten oberen Baumgrenze, sind anerkannte und einzigartige Leistungen.

Er ist der Gründer und seit 10 Jahren der Leiter des wissenschaftlichen Forschungsprogramms «Global Mountain Biodiversity Assessment», ein wichtiger Teil des globalen biologischen Programms DIVERSITAS. Im Weiteren spielte er eine Schlüsselrolle für die Einführung eines Gebirgskapitels in der auch von der Schweiz ratifizierten «International Convention on Biodiversity» und in der weltweit durchgeführten Untersuchung  «Millennium Ecosystem Assessment». Christian Körners Beitrag zur globalen Gebirgsbiologie ist fundamental, ganz besonders in dem von der UNO deklarierten «Internationalen Jahr der Biodiversität 2010».»

Albert Mountain Award 2010

Albert Precht

«Der Salzburger Bergsteiger und Bergführer Albert Precht, 1947 in Bischofshofen geboren, ist ein führender Pionier des Freikletterns in den grossen Wänden der Welt. Er hat über tausend Erstbegehungen unter minimstem Einsatz technischer Sicherungsmittel gemacht und zahlreiche kühne Free Solo Touren absolviert. Precht klettert mit dem Vorsatz, die Bergumwelt so sauber wie möglich zu halten.

Seine Routen in den Alpen, Norwegen, Korsika, Kreta, Jordan und Oman haben ihm einen Platz in der Geschichte des Alpinismus gesichert. Als Autor von zahlreichen Artikeln für die Fachpresse sowie der 2003 erschienenen Autobiografie «Tausendundein Weg» vertritt er die Ideen des klassischen Alpinismus mit der direkten Auseinandersetzung zwischen Mensch und Berg.»

Albert Mountain Award 2010

 

Albert Precht starb am 8. Mai 2015 bei einem Kletterunfall auf Kreta, Griechenland.

Andreas Schild

«Andreas Schild, geboren 1944 in Bönigen bei Interlaken, studierte und promovierte an der Universität Bern und widmete sich danach der Entwicklungszusammenarbeit mit einer speziellen Ausrichtung auf Gebirgsländer wie Nepal, Bhutan, Pakistan, Ruanda, Burundi, Bolivien und Afghanistan, bevor er als Generaldirektor die Leitung des «International Centre for Integrated Mountain Development» (ICIMOD) in Kathmandu (Nepal) übernahm. Als Experte für das Management der natürlichen Ressourcen und für ländliche Entwicklung hat Andreas Schild eine neue Strategie für eine grenzüberschreitende und zukunftsorientierte Zusammenarbeit aller acht Hindu-Kush-Himalaya Staaten entwickelt. Erstens Integrales Management der Wasserressourcen und Naturgefahren, zweitens Umweltveränderungen und Ökosystem-Dienstleistungen sowie drittens Armutsbekämpfung und Verbesserung der Lebensbedingungen: Das sind die drei strategischen Programme, die er entwickelte, um sich den Herausforderungen des Klimawandels und der Globalisierungsprozesse zu stellen. Dazu kommt der Aufbau eines Informations- und Wissenszentrum für alle Staaten des Hindu-Kush-Himalayas.

Andreas Schild hat während 38 Jahren die Zusammenarbeit mit verschiedensten Partnern in vielen Gebirgsländern gefördert, unmittelbar vor seinem Amtsantritt im ICIMOD ganz besonders erfolgreich als Leiter des «National Solidarity Programme» in Afghanistan.»

Albert Mountain Award 2010

Emil Zopfi

«Emil Zopfi, geboren 1943 in Wald und aufgewachsen in einer Textilarbeiterfamilie in Gibswil im Zürcher Oberland, begann schon als Jugendlicher mit dem extremen Klettern. Nach einer Berufslehre studierte er Elektrotechnik und arbeitet seit 1981 als freischaffender Schriftsteller sowie Erwachsenenbildner für Informatik und Sprache. 1986 kam mit «Die Wand der Sila» das erste Bergbuch heraus, dem viele weitere gefolgt sind.

Emil Zopfi ist derjenige Autor, der mit seinen alpinen Erzählungen, Romanen, Hörspielen, Essays, Kinderbüchern und Monografien nicht nur die Bergsteiger erreicht, sondern auch das grosse Publikum. Und ihnen die Faszination des Alpinismus, des Kletterns und der Berge überhaupt näher bringt. Mit dem Werk «Dichter am Berg. Alpine Literatur aus der Schweiz» (2009) hat er sich zugleich wissenschaftlich und persönlich mit einem ganz wichtigen und bisher kaum erschlossenen Winkel der Schweiz und ihrer Identität befasst. Zudem pflegt Emil Zopfi mit der 2004 ins Leben gerufenen Tagung «Bergfahrt – Begegnung für Alpine Literatur» die andauernde Vermittlung alpiner Literatur und Geschichte von einst und heute.»

Albert Mountain Award 2010

2000 - 2008

Kurt Albert

«Kurt Albert, geboren 1954, war Lehrer für Mathematik und Physik. Im Alter von 14 Jahren begann er im Frankenjura mit der Felskletterei und wurde mit 30 Jahren Berufsbergsteiger. In den frühen 1970er Jahren entwickelte er die Rotpunkt-Kletterei: Mit einem roten Punkt markierte er Routen, bei denen künstliche Hilfsmittel wie Haken, Bohrhaken oder Friends ausschliesslich zur Sicherung – und nicht zur Fortbewegung – verwendet worden waren. Indem Kurt Albert das Klettern auf das Wesentliche reduzierte, wurde er ein Pionier des modernen Felskletterns.

Albert praktizierte seinen Stil seither weltweit bei zahlreichen kühnen Erstbegehungen vom Karakorum über Venezuela, Patagonien, Madagaskar und Grönland bis zur Antarktis. In lebensfeindlicher Wildnis bewegt er sich dabei zu Fuss, im Kayak oder Segelboot – by fair means auch dort. Kurt Albert ist zudem ein brillianter Fotograf, Vortragsredner und Akteur in Bergfilmen. In Bergsteigerkreisen ist er in eine lebende Legende.»

Albert Mountain Award 2008

 

Kurt Albert starb am 28. September 2010, zwei Tage nach einem Sturz an der Via ferrata Höhenglück im Frankenjura.

Gerhard Baur

«Gerhard Baur, 1947 geboren, in Friedrichshafen am Bodensee aufgewachsen und in Sulzberg im Allgäu wohnend, bildete sich zum Maschinenschlosser aus und wechselte dann ins Filmfach, worin er seither als Kameramann, Regisseur und Produzent in einer Person tätig ist. Selbst ein hervorragender Alpinist mit mehreren Erstbegehungen, leuchtet Gerhard Baur in seinen über 70 Dokumentarfilmen wie kein anderer den schmalen Grat zwischen Triumph und Tragödie im Alpinismus aus – gleichermassen faszinierend für Berg- und Nichtbergsteiger.

1968 drehte Baur für den Bayerischen Rundfunk seinen ersten selbständigen Film über die Erstdurchsteigung des grossen Daches an der Westlichen Zinne. 1975 filmte er mit seiner 16-mm-Kamera den Aufstieg bis zum Gipfel des dritthöchsten Berges der Welt, den Kanchendzönga (8586 m); das Werk gewann den Grossen Preis des Filmfestivals von Trento. Auch andere Filme wie «Der Weg ist das Ziel – Die Eiger-Nordwand-Tragödie 1936» oder «Nanga Parbat – Die Herausforderung/Der tödliche Berg» (2005) wurden weltweit mehrfach ausgezeichnet.»

Albert Mountain Award 2008

Catherine Destivelle

«Catherine Destivelle, 1960 in Oran/Algerien geboren und in Paris aufgewachsen, begann als junges Mädchen in Fontainebleau zu klettern. Bereits im Alter von 16 Jahren bewältigte sie schwierigste Felskletterrouten im Vorstieg. Noch in jungen Jahren entwickelte sie sich aber auch zu einer sehr erfahrenen Alpin-Bergsteigerin. Nach einem kurzen Abstecher zu den damals aufkommenden Kletterwettkämpfen wandte sie sich dem Alpinismus auf allerhöchster Stufe zu.

Am besten bekannt sind ihre Alleingänge in den Alpen. Mit ihren Winter-Solobegehungen der Nordwände von Eiger, Grandes Jorasses und Matterhorn (Bonatti-Route) legte Catherine Destivelle Zeugnis ab von einzigartigem Talent, aber auch eines abenteuerlichen Geistes, grossem Mut und Kraft. In diversen Filmen hat Catherine Destivelle ihren eleganten und scheinbar mühelosen Kletterstil dokumentiert. Ihre Autobiographie «Ascensions» (2003) / «Solo durch grosse Wände» (2005) ist ein lebendig geschriebener, sehr zu empfehlender Bericht über ihre Kletterjahre.»

Albert Mountain Award 2008

Jon Mathieu

«Jon Mathieu, geboren 1952, ist Professor für Geschichte an der Universität Luzern. Nach seinen Studien in Geschichte, Anthropologie und Psychologie wurde er zu einem hervorragenden Forscher (im Bereich der Geschichte des Alpenraumes). Jon Mathieu wird geehrt für seine sehr fundierten wissenschaftlichen Arbeiten zur alpinen Kultur und Geschichte sowie für seine führende Rolle beim Aufbau alpiner Forschungsinstitutionen und insbesondere für seine wissenschaftliche Zusammenarbeit mit Partnern in den Anden und dem Himalaya.

Jon Mathieu, mit familiären Wurzeln im Unterengadin, begann seine Forschung mit dem Buch «Bauern und Bären», das die gesellschaftlichen Beziehungen im Unterengadin zwischen 1650 und 1800 darlegt. Später schrieb er neben vielen anderem eine «Geschichte der Alpen 1500 bis 1900. Umwelt, Entwicklung, Gesellschaft». Mit seinen wissenschaftlichen Beiträgen begeistert er stets Fachleute und Laien für die faszinierende Kultur und Geschichte der Alpen.»

Albert Mountain Award 2008

Hanspeter Schreier

«Hanspeter Schreier, geboren 1941 in Basel, seit 1963 in den USA und Kanada, ist Professor an der Universität von British Columbia in Vancouver.

Seine Forschungen und Publikationen zielen schwergewichtig auf die natürlichen und humanen Aspekte der Wasserressourcen  und der ganzheitlichen Entwicklung von Einzugsgebieten im Himalaya, in den Anden und in den Rocky Mountains. In einem ganz einzigartigen Forschungs- und Ausbildungsprogramm verglich Hanspeter Schreier die Hochland – Tiefland Prozesse von vier Flusssystemen im Himalaya mit vier Flusssystemen in den Anden. Dieser Ansatz führte zu einem inspirierenden Lernprozess in den acht Forschungsgruppen und dank neuer Informationstechnologien zu einem faszinierenden Erfahrungsaustausch zwischen den grössten Gebirgssystemen der Welt. Die Gebirge der Welt und ihre Wasserressourcen im Rahmen der Klimaänderungen haben heute eine ganz besondere Bedeutung auf der globalen wissenschaftlichen, ökonomischen und politischen Agenda. Hanspeter Schreiers Beitrag war fundamental für diesen Erfolg.»

Albert Mountain Award 2008

Banff Center

«Mountain Culture am Banff Centre befindet sich in einer spektakulären Gebirgslandschaft, die zum ersten kanadischen Nationalpark und später zum Naturwelterbe der UNESCO wurde. Die heutigen Aktivitäten des Zentrums, die auf die Gründung des internationalen Bergfilm–Festivals 1976 zurückgehen, umfassen Gebirgsliteratur, sozial- und umweltbezogene Veranstaltungen, Kunst in und über die Berge, Kurse im Bergsteigen, wissenschaftliche Symposien zur Gebirgsforschung und Gebirgsentwicklung. Das Bergzentrum von Banff ist weltweit bekannt für seine verschiedenen und hochstehenden Gebirgsprogramme, für die Bernadette McDonald und Leslie Taylor Ausserordentliches und Entscheidendes geleistet haben.

Bernadette McDonald (links), Vize-Präsidentin von Mountain Culture, Bergsteigerin und Buchautorin, ist Direktorin des Banff Mountain Film Festival seit 1988 und leitet das von ihr gegründete Banff Mountain Book Festival. Sie ist weltweit tätig als Expertin in verschiedenen internationalen Bergfilmfestivals. Ihr Buch «Wir sehen uns in Kathmandu» befasst sich mit Elizabeth Hawley, der «Chronistin des Himalaya-Bergsteigens»; Hawley hatte 1998 ebenfalls den King Albert Mountain Award erhalten.

Leslie Taylor (rechts) war vor ihrem Wechsel zum Gebirgszentrum Bürgermeisterin der Stadt Banff. Heute ist sie als stellvertretende Direktorin verantwortlich für Fragen der Gebirgsumwelt, für die Organisation wissenschaftlicher Symposien und für die Herausgebe zahlreicher Publikationen über Veranstaltungen und Programme von Mountain Culture am Banff Centre.»

Albert Mountain Award 2006

Werner Bätzing

«Werner Bätzing, geboren 1949 in Kassel und seit 1995 Professor für Kulturgeographie am Institut für Geographie der Friedrich-Alexander Universität Erlangen-Nürnberg, beschäftigt sich seit über 25 Jahren mit den Alpen. Seine Forschungs- und Lehrtätigkeit, seine Publikationen, die sich auch an ein grosses Publikum richten, sein Newsletter sowie seine Mitgliedschaft als wissenschaftlicher Berater in den wichtigen Alpen-Organisationen machen Bätzing zum führenden Experten für die Probleme des Alpenraumes in interdisziplinärer und internationaler Perspektive. Seine Analyse des gegenwärtigen Wandels von ländlich geprägten Kulturlandschaften hin zu modernen Freizeit-, Stadt-, Transit- und Wildnislandschaften ist wegweisend für den ganzen Alpenbogen.

Werner Bätzing hat als einer der Ersten alle Alpengemeinden zwischen Nizza und Wien untersucht und daraus bahnbrechende Erkenntnisse gezogen. Das mehrfach aufgelegte und überarbeitete Hauptwerk «Die Alpen. Geschichte und Zukunft einer europäischen Kulturlandschaft» hat sich seit 1984 zum Klassiker kritischer Alpenliteratur entwickelt. Und der Wanderführer «Grande Traversata delle Alpi GTA» ist Traumbuch für Trekker und Einkommensgarantie für Einheimische zugleich.»

Albert Mountain Award 2006

Ursula Bauer und Jürg Frischknecht

«Ursula Bauer, 1947 in Solothurn geborene Mediendokumentalistin und Autorin, sowie Jürg Frischknecht, 1947 in Herisau geborener Journalist und Dozent, sind beide passionierte Bücherleser und Geschichtsforscher, Wanderer und Geniesser, Hotel- und Badegäste.

Seit Jahrzehnten ein Paar, schufen Bauer/Frischnecht seit 1995 einen neuen Typus Wanderbuch, nämlich das Lesewanderbuch, das nachhaltige Freude und Erkenntnis sowohl unterwegs wie zuhause verspricht und einlöst, gleichzeitig aber auch in den bereisten Regionen der Schweizer Berge und der italienischen Alpen positive Impulse auslöst. Wer mit den aussagekräftig illustrierten Büchern «Grenzschlängeln – Zu Fuß vom Inn an den Genfersee», mit «Veltliner Fussreisen», «Antipasti und alte Wege in der Valle Maira», «Bäderfahrten» oder «Grenzland Bergell» wandert, weiss, geniesst und unterstützt mehr, geht, isst und schläft besser. Touren und Themen bringen den Touristen vor Ort – aber auch den Lesern weit weg – eine ganze Welt voller Geschichte(n) näher.»

Albert Mountain Award 2006

 

Jürg Frischknecht starb am 18. Juli 2016 in Zürich und Ursula Bauer am 10. November 2024 ebenfalls in Zürich.

Harish Kapadia

«Harish Kapadia, geboren 1945 in Indien, Bergsteiger, Entdecker und Buchautor mit einem Abschluss der Universität Bombay auf den Gebieten Handel, Recht und Unternehmensführung, erwarb sich weltweite Anerkennung für seinen langjährigen Einsatz zur geographischen Erforschung der Berge Indiens und der benachbarten Länder. Über die Förderung des Bekanntheitsgrades wenig bekannter Täler, ihrer Einwohner und ihrer Geschichte sowie durch die Erfassung der Schönheit ihrer Berge leistete er einen einzigartigen Beitrag zur Entwicklung des Trekking und des Alpinismus im Himalaya und im Karakorum.

Harish Kapadia nahm selbst an mehr als 25 Expeditionen teil, zumeist als Leiter, und publizierte 15 Bücher und eine grosse Zahl von Artikeln und sonstigen Veröffentlichungen über seine Erlebnisse und Erfahrungen.»

Albert Mountain Award 2006

Oswald Oelz

«Oswald Oelz, 1943 in Rankweil/Österreich geboren, führte als Bergsteiger, Professor der Medizin, Forscher und Autor ein jederzeit von den Bergen inspiriertes Leben. Er war von früher Jugend an und ist noch heute ein wagemutiger Felskletterer. Zusammen mit den besten Alpinisten seiner Generation unternahm er zahlreiche Besteigungen im Himalaja, u.a. im Jahre 1978 diejenige des Mount Everest. Er war der dritte Mensch, dem die Besteigung der Seven Summits, der höchsten Berge aller Kontinente, gelang.

Gleichlaufend mit seiner bergsteigerischen Tätigkeit verfolgte Oswald Oelz eine erfolgreiche Karriere als Mediziner und wurde ein führender Forscher auf dem Gebiet der Höhenkrankheit. Auf seine Tätigkeit sind bessere Kenntnisse und neue Therapien bezüglich dieser Krankheit zurückzuführen. Er ist der Autor von «Mit Eispickel und Stethoskop» (1999), einer kurzweiligen Beschreibung seiner bergsteigerischen Abenteuer und beruflichen Erfahrungen sowie Ko-Autor von «Kopfwehberge» (2001), einer Geschichte der Höhenmedizin. Seine neueste Publikation ist «Everest – Lhotse. Schweizer am Everest 1952 und 1956», ein Jubiläumsbuch jener unvergesslichen Expeditionen.»

Albert Mountain Award 2006

Michel Guérin

«Michel Guérin, geboren 1952 in Roanne an der Loire, gründete 1995 in Chamonix die auf klassische und moderne Bergliteratur spezialisierten Éditions Guérin. Sie gefielen vom ersten Buch an – einer illustrierten Neuauflage des Weltklassikers «Les conquérants de l’inutile» von Lionel Terray – mit einer aussergewöhnlichen Präsentation von Inhalt und Form. Seither sind über 50 weitere Titel hinzugekommen; sie alle zeugen von dem mit Engagement, Enthusiasmus und erlesener Sorgfalt geführten Einsatz für das alpine Schrifttum.

Die Pflege klassischer Bergliteratur und der Mut, neue und anderssprachige Autoren zu verlegen, sind Programm bei Michel Guérin, der – nach dem Werdegang als Geschichtslehrer, Buchhändler und Werber – mit dem Verlag zu seinen alten Leidenschaften zurückfand: Literatur und Berge. Wichtige, nötige und schöne Bücher werden so – auch für das grosse Publikum – neu greifbar in den klar getrennten drei Reihen «Texte et Images» (grosse Autoren und Bände), «Terra Nova» (Aufbruch zu neuen Gipfeln und Erkenntnissen) und «La Petite Collection» (Hüttenlektüre auf höchstem Niveau). Sie alle sind erkennbar an ihrem Einband: rot wie die Socken und Pullover der Bergsteiger in den Jugendjahren von Michel Guérin.»

Albert Mountain Award 2004

 

Michel Guérin erlag am 24. Oktober 2007, seinem 55. Geburtstag, in Chamonix einem Herzinfarkt.

Lawrence S. Hamilton

«Lawrence S. Hamilton, Förster, geboren 1925 in Toronto, Kanada, Professor für Natürliche Ressourcen, Cornell Universität, New York, Initiator von Gebirgsprojekten in Asien am Ost-West Zentrum in Hawaii, Verantwortlicher für Gebirgs-Schutzgebiete der «World Conservation Union», spielte eine fundamental Rolle für die Schaffung von Schutzgebieten in den Bergen der Welt in Zusammenarbeit mit der betroffenen Bevölkerung.

Seine unermüdliche Unterstützung zur Schaffung und Verwaltung von Gebirgs-Schutzgebieten ist einzigartig, seine Visionen für ein Konzept von Schutzgebiets-Korridoren durch ganze Kontinente (z.B. von Alaska bis Feuerland) ist unvergesslich, seine regelmässigen Informationsblätter zum Thema Gebirgs-Schutzgebiete finden eine weltweite Anerkennung und seinem Enthusiasmus verdanken wir heute ein aktives Netzwerk von Wissenschaftern und Park-Managern, die sich für Erhaltung und Entwicklung in den Bergen der Welt verantwortlich fühlen.

Lawrence Hamiltons Publikationen und die vielen von ihm organisierten Konferenzen zeugen für seinen Einsatz für die Berge der Welt – als Schätze biologischer und kultureller Vielfalt – für unsere künftigen Generationen.»

Albert Mountain Award 2004

 

Lawrence S. Hamilton starb am 6. Oktober 2016 in Charlotte, Vermont, USA.

Peter Rieder

«Peter Rieder, geboren 1940 in Vals, Graubünden. Professor für Agrarwirtschaft und später auch Präsident des Zentrums für Internationale Landwirtschaft der ETHZ. Geprägt durch seine Herkunft blieb er durch all seine nationalen und internationalen Aufgaben hindurch zutiefst verpflichtet der Bergbevölkerung, ihrer Landwirtschaft und ihren ökonomischen Problemen in einer rasch sich wandelnden Welt. Peter Rieder initiierte und führte in den letzten Jahren zwei herausfordernde Forschungsprojekte durch: PRIMALP setzte sich mit der nachhaltigen Primärproduktion im Alpenraum auseinander; MOVING ALPS untersuchte die ökonomischen und sozialen Probleme isolierter Talschaften und ihr Potenzial für eine zukünftige Entwicklung.

Seine Studien zum Wandel in der Gebirgsbevölkerung und ihrer Landwirtschaft, mit ihren Auswirkungen auf die «Kulturlandschaft», haben in wissenschaftlichen und politischen Kreisen auf nationaler und internationaler Ebene höchste Beachtung gefunden. Trotz grosser beruflicher Belastung hat sich Peter Rieder immer wieder die Zeit für lokale und regionale Aufgaben genommen, wie z.B. Präsident von Pro Raetia oder Pro Vrin. Das Verstehen der realen Lebenswelt eines Gebirgsbauern war eine Leitlinie in seinem Engagement für eine zukunftsweisende Gebirgspolitik.»

Albert Mountain Award 2004

Stephen Venables

«Stephen Venables, 1954 in London geboren, ist ein hervorragender Bergsteiger, ein sehr talentierter Buchautor und erfolgreicher Herausgeber. Als Bergsteiger sind ihm zahlreiche wichtige Erstbesteigungen gelungen. Seine Besteigung des Mount Everest im Jahre 1988 auf einer neuen Route durch die riesige Kangshung-Flanke, ohne künstlichen Sauerstoff zu benützen, und der darauf folgende dramatische Abstieg sind bereits zur Legende geworden.

Als Buchautor zeichnet Stephen Venables die grosse Gabe aus, seine Erlebnisse und Erfahrungen als Bergsteiger weiterzuvermitteln. Seine Bücher sind überaus spannend geschrieben. Darüber hinaus geben sie Einblick in seine persönlichen Gefühle angesichts von Gefahr und Tod und lassen die Beweggründe der Passion für die unwirtliche und strenge Welt der hohen Berge erahnen. Als Herausgeber hat er mit dem Buch «Everest: Die Geschichte seiner Erkundung» ein bleibendes Werk geschaffen, das eine faszinierende Chronik der frühen Besteigungsversuche und der erfolgreichen Besteigung von 1953 darstellt.»

Albert Mountain Award 2004

Schweizerisches Alpines Museum

«1902 durch die Sektion Bern des Schweizer Alpen-Clubs gegründet, 1905 im «Rathaus des Äusseren Standes» an der Zeughausgasse in Bern eröffnet und seit 1934 am Helvetiaplatz beheimatet, hat sich das Schweizerische Alpine Museum zu einer national und international bedeutenden Institution entwickelt.

Zu seinem 100. Geburtstag ist es ein einzigartiges Zentrum für Kultur und Natur des alpinen Lebensraumes, das einem breiten Publikum die Faszination und Bedeutung der Bergwelt näher bringt und so als Orientierung für unsere eigene Identität dient. Mit der ganzheitlichen Sammlungs-, Bildungs- und Vermittlungstätigkeit zum Thema Berge ragt das Schweizerische Alpine Museum in Bern hervor wie das Finsteraarhorn aus den Berner Alpen. Seine vielfältigen Ausstellungen vermitteln – gerade auch der Jugend – in informativer und unterhaltender Weise die aktuellen, geschichtlichen und zukunftsweisenden Aspekte des Alpenraumes. Seine Dokumentationen haben es zu einer Anlaufstelle erster Ordnung für Fragen und Antworten aus und zu den Bergen gemacht und seine in ständiger Erweiterung begriffene Sammlung von Objekten und Dokumenten besitzt gar internationale Bedeutung.»

Albert Mountain Award 2004

 

Das Schweizerische Alpine Museum wurde 2011/2012 umfassend saniert und trägt nun den Namen ALPS Alpines Museum der Schweiz.

Allianz in den Alpen

«Alliance in the Alps, ein Pionier-Netzwerk bestehend aus einer grossen Anzahl aus Gemeinden von sieben zentraleuropäischen Ländern, wurde von der CIPRA und vom Alpine Research Institute im Jahr 1997 mit dem Ziel gegründet, die lokale Umweltentwicklung anzuregen und einander beim Aufbauen einer nachhaltigen Entwicklung zu helfen, und zwar ohne Zerstörung der alpinen Umwelt oder Leugnen eines touristischen Gewinns für die lokale Bevölkerung.

Projekte und Erfahrungen werden auf Treffen, Konferenzen oder während Exkursionen ausgetauscht. Resultate werden im Internet zur freien Verfügung aller interessierten Parteien festgehalten, mit dem Ziel, soziale, ökonomische und ökologische Standards in deren Gemeinden zu verbessern und das Bewusstsein für ökologische Prinzipien zu Gunsten zukünftiger Generationen zu fördern.

Die Strategie der Allianz ist gebunden an den Wunsch, einen vorbildlichen Einfluss auf Themen zu haben, die den Alpenbogen in Zukunft bewegen.»

Albert Mountain Award 2002

Jack Ives

«Jack D. Ives, 1931 im englischen Grimsby geborener und 1954 nach Kanada ausgewanderter Geograph und Lehrer, spielte eine wichtige Rolle bei der Etablierung des Bergkapitels der Agenda 21 der Vereinten Nationen, indem er sein langanhaltendes und tiefes Engagement für eine nachhaltige Entwicklung der weltweiten Bergwelt, für den Schutz ihrer zerbrechlichen Ökosysteme, für die Erhaltung ihres Erbes und für das Erwachen des Bewusstseins ihrer globalen Wichtigkeit bewies.

Jack Ives' zahlreiche wissenschaftliche Arbeiten und Bücher, im Speziellen die grundlegende Leitung der Zeitschrift «Mountain Research and Development» (1981–2000), zeigen seine beeindruckende Kompetenz und unermüdlichen Versuche, das Wissen und die Vision von Studenten, Wissenschaftlern und Politikern zu verbessern. Das Buch «Mountain of the World: A global Priority», herausgegeben von Bruno Messerli und Jack Ives mit Blick auf die Generalversammlung der UNO, hat für weltweites Ansehen gesorgt.»

Albert Mountain Award 2002

Bruno Messerli

«Bruno Messerli, ein 1931 in Belp bei Bern geborener Geograph, Wissenschaftler, Forscher und Lehrer, spielte eine führende Rolle bei der Etablierung des Bergkapitels der Agenda 21 der Vereinten Nationen – ein Beweis für sein langanhaltendes und tiefes Engagement für eine nachhaltige Entwicklung in den Bergen der Welt, für den Schutz ihrer zerbrechlichen Ökosysteme, für die Erhaltung ihres Erbes und für das Erwachen des Bewusstseins ihrer globalen Bedeutung und Wichtigkeit, insbesondere was Wasserhaushalt, Energie, Nahrung und Freizeitbeschäftigung betrifft.

Bruno Messerlis zahlreiche Publikationen, wissenschaftliche Arbeiten und Bücher sind ein Beweis für sein anhaltendes Bestreben, geographischer Forschung vergrösserte soziopolitische Bedeutung zu verleihen. Das Buch «Mountain of the World: A global Priority», herausgegeben von Bruno Messerli und Jack Ives mit Blick auf die Generalversammlung der UNO, hat für weltweites Ansehen gesorgt.»

Albert Mountain Award 2002

 

Bruno Messerli starb am 4. Februar 2019 in Muri bei Bern.

Hans Weiss

«Hans Weiss, geboren 1940 in Küsnacht ZH, hat ein ganzes Leben lang grossen Einsatz für den Landschafts- und Naturschutz in der Schweiz geleistet. Als Landschaftspfleger des Kantons Graubünden, als Lehrbeauftragter der ETH Zürich für Natur- und Landschaftsschutz, als Geschäftsleiter der Schweizerischen Stiftung für Landschaftsschutz und Landschaftspflege sowie des Fonds Landschaft Schweiz hat er entscheidend dazu beigetragen, Natur als solche zu bewahren und naturnahe Kulturlandschaft vor der Aufgabe und Zerstörung zu retten.

Als Publizist und Vordenker hat der Naturwissenschaftler und Kulturingenieur die Öffentlichkeit für die Naturwerte und die Bedeutung unberührter Berglandschaften immer wieder und nachhaltig sensibilisiert. Viele seiner Ideen sind Allgemeingut geworden und zum Teil auch in die Gesetzgebung und in Wegleitungen eingeflossen. Ohne sein unermüdliches und engagiertes Wirken sähen manche Landschaften der Schweiz, insbesondere in den Alpen, anders aus.»

Albert Mountain Award 2002

 

Hans Weiss starb am 13. Oktober 2024 in seinem Lieblingscafé "Sempione" in Varzo.

Eco Himal

«Eco Himal, eine 1991 gegründete internationale Nicht-Regierungs- und Non-Profit-Organisation mit Stützpunkt in Salzburg, unterstützt ökologische, soziale und kulturelle Entwicklungen in Nepal und Tibet, zusammen mit lokalen Organisationen und Experten.

Ein wichtiges Beispiel von nachhaltiger Entwicklung in einer Gemeinde im Himalaya ist die Konstruktion eines hydro-elektrischen Kraftwerkes in Thame im Sagarmatha National Park von Nepal, welches Namche Bazar und seine Umgebung mit Elektrizität versorgt.

Das Projekt – zusammen mit zusätzlichen Initiativen, welche Solarenergie beinhalten – zeigt stark, wie ökopolitischen Bedürfnissen der Gesellschaft entgegengekommen werden kann, spart Brennholz und reduziert exzessive Abholzung der Wälder.

Zusätzlich zu Energie- und Infrastrukturprojekten konzentriert sich Eco Himal auf Armutsbekämpfung mithilfe ländlicher Entwicklung, auf Biodiversitäts-Schutz, auf Werbung für nachhaltigen Bergtourismus und auf die Hilfe, Nepals reiches kulturelles Erbe zu schützen.»

Albert Mountain Award 2002

Simon Carter

«Simon Carter, 1966 in Canberra geboren, zeigt in seinen brillianten Farbphotos die ganze Faszination des Sportkletterns in der unvergleichlichen Landschaft Australiens. Carter, selbst ein Topkletterer, hält magische Augenblicke beim Klettern fest, sportlich und optisch gleichzeitig fesselnd.

Bild, Aktion, Kletterer und Ort stimmen überein – in den Fotos, welche die führenden Klettermagazine der Welt publizieren, im 1995 erstmals aufgelegten Australian Climbing Calendar sowie vor allem im 1998 publizierten Bildband «Rock Climbing in Australia». Fotografieren und Klettern sind für Carter Beruf und Berufung.»

Albert Mountain Award 2000

Walter Niedermayr

«Walter Niedermayr, geboren 1952 in Bozen, ist ein Fotograf mit einer sehr persönlichen Mitteilung, welche, obwohl kritisch, distanziert bleibt. Das kreative Element seiner Arbeit ist näher an der Malerei als an Fotografie und zeigt eine nachdenkliche Haltung gegenüber dem Massentourismus und der Ausbeutung der alpinen Umwelt.

Walter Niedermayrs Arbeit wurde weltweit ausgestellt, und im Jahr 1995 gewann er für sein Werk «Die bleichen Berge» den European Photography Award. Er veröffentlichte zwei speziell schöne Bücher, welche die Welt der Berge mit subtiler Abstraktion und unveränderlicher künstlerischer Konsistenz porträtieren.»

Albert Mountain Award 2000

Didier Ruef

«Didier Ruef, geboren 1961 in Genf, ist ein bemerkenswerter und unabhängiger Profi-Fotograf, der für seine fotografische Arbeit über die Bergbauern in der Schweiz in weiten Kreisen gefeiert wird.

Seine ausdrucksstarken Schwarzweissbilder zeigen das arbeitsreiche Leben der Bergbauern und ihr täglicher Kampf das ganze Jahr hindurch mit Verständnis und Sensibilität. Und sie werfen die kritische Frage auf, ob diese Art zu leben, die in der Vergangenheit sehr wichtig war, in der heutigen modernen Welt überhaupt noch eine Zukunft hat.»

Albert Mountain Award 2000

Shiro Shirahata

«Shiro Shirahata, geboren 1933 in Hirosato/Otsuki, Japan, hat durch seine brillanten, inspirierenden und beeindruckenden Bergporträts universelles Lob gewonnen. Shiro Shirahatas professionelle Exzellenz findet sich auf allen Kontinenten wieder. Er hat zahlreiche Bücher zu den japanischen Bergen, den Alpen, den Rocky Mountains, dem Himalaya und Karakoram sowie den Bergen von Südkorea veröffentlicht; einige dieser Werke wurden in sieben Sprachen übersetzt.

Shiro Shirahata hat an einer grossen Zahl fotografischen und bergsteigerischen Expeditionen an abgelegenen Orten teilgenommen, am Makalu bis hinauf auf 8000 Meter.»

Albert Mountain Award 2000

 

Shiro Shirahata starb am 30. November 2019.

Jürgen Winkler

«Von Jürgen Winkler, 1940 in Berlin geboren, liegt ein Werk vor, das im Bereich der Fotografie im Hochgebirge herausragend ist. In der von ihm bevorzugten Schwarzweiss–Fotografie, in der die farbige Natur in einfache visuelle Werte zu verdichten ist, gelingt es ihm, in der Wahl von Ausschnitt, Licht und Schatten, Hell und Dunkel das Geheimnisvolle und Erhabene, das Abweisende, die Einsamkeit und die Gefahr, in der sich der Bergsteiger begibt, zum Ausdruck zu bringen.

Jürgen Winklers ruhige  Sprache, die Gestaltung und Technik erläutert, gleicht einem Berg, in Worte geformt.»

Albert Mountain Award 2000

1994 - 1998

Augusto Gansser-Biaggi

«Augusto Gansser-Biaggi, 1910 in Mailand geboren, Geologe, Forscher und Lehrer, spielte eine herausragende Rolle bei der Bestimmung der geologischen Strukturen des Himalaja. Augusto Gansser’s  Interpretation der Plattengrenze entlang des Indus und des Tsangpo als eines ozeanischen Ueberrestes zwischen zwei kollidierenden Kontinentalplatten war entscheidend für die Erklärung des Entstehens der grossen asiatischen Gebirgsketten. Seine Monographien über «Geology of the Himalayas» (1964) und «Geology of the Bhutan Himalaya» (1983) sind Klassiker der beschreibenden Geologie geworden.

Augusto Gansser hat an wissenschaftlichen Expeditionen nach Ost-Grönland, der kanadischen Arktis, Patagonien, Antarktika, die zentralasiatischen Regionen Russlands, dem arktischen Teil des Ural, China, Tibet, den Grenzgebirgen Brasiliens, Venezuela, Britisch Guyana sowie den kolumbianischen Anden teilgenommen und hat dabei verschiedene Berge als Erster bestiegen, teilweise mit Ski.»

Albert Mountain Award 1998

 

Augusto Gansser starb am 9. Januar 2012 in Massagno, Schweiz, im Alter von 101 Jahren.

Elizabeth Hawley

«Elizabeth Hawley, 1923 in Chicago geboren, Historikerin von Beruf, Journalistin aus Berufung, langjährige Bewohnerin von Kathmandu, hat sich seit 1962 der Berichterstattung über die bergsteigerischen Ereignisse im nepalesischen Teil des Himalaja gewidmet. Ihre genauen und  detaillierten Berichte stützt sie auf persönliche Befragungen von Mitgliedern einer jeden Expedition. Resultat dieser Arbeit ist eine einzigartige Geschichte des Bergsteigens in Nepal. Die Fülle der Daten in ihren Berichten stellt eine authentische und verlässliche Informationsquelle dar für Bergsteiger, die in Nepal eine Expedition planen.

Neben dieser journalistischen Tätigkeit widmet sich Elizabeth Hawley den Belangen des Himalayan Trust, einer von Sir Edmund Hillary gegründeten Hilfsorganisation, welche medizinische, schulische, kulturelle und forstwirtschaftliche Projekte in dem südwestlich des Mount Everest gelegenen Solu-Khumbu Distrikt unterstützt.»

Albert Mountain Award 1998

 

Elizabeth Hawley starb am 26. Januar 2018 in Kathmandu.

Land der Berge

«Seit 1982 hat das ORF-Team «Land der Berge» unter der Führung von Lutz Maurer in 109 Dokumentationen einem grossen und repräsentativen Publikum die Möglichkeit geboten, Bekanntschaft mit der grossen Zahl von Themen rund um die Welt der Berge zu machen. In einem kreativen Stil und mithilfe der Farbfotografie und des Films wurden alle alpinen, sozialen, kulturellen bis zu wissenschaftlichen Aspekte abgedeckt. Eine enge Grenze zwischen Romantik und Lobpreisung der Pioniere umgehend, hat «Land der Berge» eine treue Illustration des Stoffes präsentiert, mit genauer Einhaltung etablierter Richtlinien einer ethischen und objektiven Reportage.

Die Serie, ausgezeichnet durch ihren hohen Qualitätsstandard, ist einzigartig in der Welt, einerseits aufgrund seines aussergewöhnlichen Verständnis, andererseits wegen des offenen Charakters der Produktion. Das alles ist das Resultat der persönlichen Hingabe und des Engagements der Produzenten, welche sich stets Gefahren und Beschwerlichkeiten stellen mussten, um an ihr Material zu kommen.»

Auf dem Bild, von links nach rechts: Dominique Grünner, Fulvio Mariani, Lutz Maurer, Manfred Gabrielli.

Albert Mountain Award 1998

Intersoc

«Seit 1949 hat die Belgische Vereinigung Intersoc für drei Millionen junge Menschen, Familien und Pensionierte die Möglichkeit geschaffen, die Alpen zu entdecken. Das führte dazu, dass Generationen von Belgiern die einzigartige Möglichkeit erhielten, vertraut zu werden mit der gebirgigen Umwelt und den Menschen, welche dort leben. Gleichzeitig konnten sie so die Fähigkeit erlernen, in die Bergen zu reisen, und etwas vom Enthusiasmus und von der Hingabe zu den Bergen spüren, wie König Albert I. dies vorlebte.

Dank der alljährlichen Anstrengung von wenigen tausenden Freiwilligen konnten junge Menschen – auch solche mit einer Behinderung – mithilfe von Instruktoren und Führern das Vertrauen in alle Aspekte der alpinen Umwelt gewinnen. Und sie wurden ermutigt, die unglaubliche Grösse der Bergwelt zu respektieren und erleben.»

Albert Mountain Award 1998

Charles S. Houston

«Charles S. Houston, geboren 1913 in New York, Alpinist, Wissenschaftler, Lehrer und Arzt, ist der Entdecker der früher unbekannten Krankheit mit dem Namen Höhenlungenödem, welche sogar noch heute tödlich ist für unachtsame Bergsteiger. 40 Jahre lang studierte er Probleme, die durch mangelnden Sauerstoff entstehen, und erforschte die Methoden der menschlichen Akklimatisierung an die Höhe in den Bergen selber und in Dekompressionskammern. Er erweiterte unser Verständnis über die Höhenkrankheit, über die durch grosse Höhen verursachten Netzhautblutung und Hirnödem, und er schrieb zahlreiche Bücher und Artikel zur Bergmedizin und über seine eigenen Bergtouren.

Seit 1975 organisierte er das weltberühmte Internationale Hypoxia Symposium. Charles S. Houston kletterte in den Alpen, in Alaska und im Himalaya, leitete Expeditionen zur Nanda Devi, zum K2 und die erste Rekognoszierungsgruppe zur südlichen (nepalesischen) Seite des Mount Everest.»

Albert Mountain Award 1996

 

Charles S. Houston starb am 27. September 2009 in Burlington, USA.

Silvia Metzeltin Buscaini

«Silvia Metzeltin Buscaini, 1938 in Lugano geboren, Bergsteigerin, begabte Autorin, von Beruf Geologin, ist eine dynamische und bestimmende Kraft in der Entwicklung des Frauenalpinismus. Sie ist eine Verfechterin des Bergsteigens in Freiheit und ist ethischen Grundsätzen und Ehrlichkeit tief verpflichtet, sowohl gegenüber sich selbst als andern, Nicht-Bergsteiger und Sponsoren inbegriffen.

Sie ist viel geklettert, vor allem in den Dolomiten und in Patagonien und hat an zahlreichen Expeditionen in Asien, Afrika und Nord- sowie Südamerika teilgenommen. Sie hat mehrere Bücher und andere Schriften in deutscher, italienischer, französischer und englischer  Sprache publiziert über Themen wie Geologie für Bergsteiger, Frauen und Bergsteigen, Klettern in den Dolomiten und Patagonien. Dies zum Teil zusammen mit ihrem Ehemann Gino Buscaini. Insbesondere die gemeinsame Monographie über Patagonien ist allgemein mit Lob bedacht worden und gilt gemeinhin als die bis anhin umfassendste Publikation über diese wild-schöne, inspirierende Landschaft.»

Albert Mountain Award 1996

Erhard Loretan

«Erhard Loretan, geboren 1959 in Bulle, schweizerischer Bergführer, von Beruf Möbelschreiner, ist ein herausragender, gleichzeitig bescheidener zeitgenössischer Bergsteiger, der sich durch aussergewöhnliche Willensstärke auszeichnet und dessen Palmarès  eine eindrückliche Zahl  schwieriger Klettereien in den Alpen, den Anden, im Himalaja und in Antarktika aufweist , viele davon im Alleingang. Bereits im Alter von 23 Jahren bezwang er  1982 seinen ersten Achttausender, den Nanga Parbat  und mit dem Kangchenjunga im Jahre 1995 vollendete er die Besteigung aller 14 Gipfel über 8000 m.

Seine Leidenschaft ist es, auch schwierige Routen in extremer Höhe im Alpinstil zu begehen, schnell, mit einem Minimum an Gepäck und Proviant, ohne die Hilfe von Sauerstoff oder von Trägern. Er erbrachte diese Leistungen ohne Publizität anzustreben und verwirklichte seine Träume unabhängig von Publikum oder Kommerz. Derart eröffnete er neue Dimensionen im Alpinismus.»

Albert Mountain Award 1996

Erhard Loretan starb am 28. April 2011, seinem 52. Geburtstag, durch Absturz am Gross Grünhorn im Wallis.

Pit Schubert

«Pit Schubert, geboren 1935 in Breslau, Bergsteiger, von Beruf Maschinenbau-Ingenieur, Sicherheitsexperte des Deutschen Alpenvereins seit 1968, ist weltweit führend bei der Unfallverhütung im Bergsteigen. Indem er die Ursachen von Unfällen untersuchte und analysierte sowie durch eingehende Tests des technischen Materials schuf er DIN, ÖNORM, CEN und UIAA Normen für Bergausrüstung. Seine Sicherheitsempfehlungen waren massgeblich daran beteiligt, unzählige Unfälle zu verhüten. 25 Jahre von Forschung und Erfahrung kulminierten in seinem  1994 auf Deutsch und Spanisch erschienenen, umfassenden Buch „Sicherheit und Risiko in Fels und Eis“.

Pit Schubert kann auf eine eindrückliche Reihe schwieriger Touren in den Alpen, darunter alle klassischen Nordwände, zurückblicken sowie auf Besteigungen in Tibet, Nepal und Indien. Er hat, davon zweimal als Leiter, an vier Expeditionen im Himalaja teilgenommen, u.a. an der Annapurna IV über die Südwand.»

Albert Mountain Award 1996

John Hunt

«John Hunt, 1910 in Indien geboren, begann im Alter von 15 Jahren zu klettern, und von da an wurden die Berge zu seiner lebenslangen Leidenschaft. Eine Liste seiner Besteigungen führt von Europa bis Kaschmir,  dem Karakorum, Pakistan, Nepal und dem Himalaja, Sarawak, dem Kaukasus, dem Pamir, Yukon, Grönland und Peru. Sein grösster Triumph kam, als er die britische Expedition zum Everest organisierte und leitete, in deren Verlauf Edmund Hillary und Sherpa Tenzing am 29. Mai 1953 als Erste den Gipfel erreichten. Die Nachricht von diesem grossen Erfolg erreichte London gerade rechtzeitig zur Krönung von Königin Elisabeth II.

Lord Hunt amtete in der Folge als Präsident des British Mountaineering Council, der British Ski Federation, des Alpine Club und der Royal Geographical Society. Zahlreiche angesehene öffentliche Aemter bekleidend, diente er sowohl seinem Land als der Menschheit schlechthin.»

Albert Mountain Award 1994

 

John Hunt starb am 8. November 1998 in Henley-on-Thames, England.

Wanda Rutkiewicz

«Wanda Rutkiewicz, 1943 als Wanda Blaszkiewicz in Litauen geboren, hat mit ihrem Mut und Pioniergeist während eines Vierteljahrhunderts den Frauenalpinismus und die Erforschung der höchsten Gipfel der Erde vorangetrieben. Sie war eine engagierte Umweltschützerin und eine begabte Schriftstellerin und Filmemacherin. Als hervorragende Alpinistin hat sie acht der vierzehn Achttausender auf zum Teil extrem schwierigen Routen bestiegen. Sie organisierte und leitete die polnische Frauenexpedition zum Gasherbrum von 1975.

Beim Versuch, ihren neunten Achttausender zu besteigen starb sie um den 12./13. Mai 1992 in der Gipfelregion des Kangchenjunga. Mit ihrem tragischen Tod hat der Frauenalpinismus eine seiner grössten und herausragendsten Figuren verloren.»

Albert Mountain Award 1994

Bradford Washburn

«Bradford Washburn, 1910 in Cambridge (Massachusetts) geboren, war über Jahre die treibende Kraft hinter dem ehrgeizigen, von 1982 bis 1991 dauernden Projekt, das Dach der Welt, den 8‘850 m hohen Mount Everest im Massstab 1:50‘000 zu kartographieren. Zur Zeit (1994) erforscht er zusammen mit einem hervorragenden Team von Geophysikern die Plattentektonik des Everest-Gebietes und das anhaltende Wachstum des Berges – möglicherweise 4 bis 5 Zentimeter pro Jahr.

Als erfahrener Fotograf und Bergsteiger, Kartograph des Everest, des Mt. McKinley, des Grand Canyon und der Presidential Range von New Hampshire, ferner als Erbauer und Direktor, von 1939 bis 1980, des Bostoner Museum of Science hat Bradford Washburn zahlreiche wissenschaftliche, fotographische und geographische Expeditionen in Nordamerika und Asien organisiert und geleitet.»

Albert Mountain Award 1994

 

Bradford Washburn starb am 10. Januar 2007 in Lexington, USA.