Zum Hauptinhalt springen

Blick vom Col de Balme ins Tal von Chamonix, mit Aiguille Verte und Mont Blanc (Mitte). Der mächtige zweigipflige Felszacken an der Aiguille Verte heisst Aiguille du Dru. Die Überschreitung von Petit und Grand Dru (3754 m) machte Albert Ier im Jahr 1920.

Der König

1875–1934

König der Belgier – Roi des Alpinistes

Er war gross, als Mann, als König, als Bergsteiger. Als Prinz Albert am 23. Dezember 1909 zum König von ­Belgien gewählt wurde, hatte er im eigenen Land und in den Alpen schon Spuren hinterlassen. Inkognito war er in den Industrievierteln Belgiens unterwegs gewesen, um sich ein eigenes Bild über die Lage der Arbeiter zu machen. Und im Engadin war ihm 1907 zusammen mit seiner Gattin Elisabeth die erste Begehung des Nordost­grates des Piz Caral geglückt. Bis zum Ausbruch des Ersten Weltkrieges setzte König Albert I. in der kargen Freizeit seine alpinistische Karriere fort, doch in den ­folgenden vier Jahren kämpfte er als Oberbefehlshaber der belgischen Armee erfolgreich für ein wieder ­freies Land. Dafür wird er noch heute im Lande verehrt. Genauso wie für seine Bescheidenheit, die er gerade beim Bergsteigen, fern von königlichen Verpflichtungen, leben konnte.

Albert I. in der Nordwand der Santnerspitze, 1931

Der Kletterer

Die grosse Passion von Albert I. war das Felsklettern, am allerliebsten in den Dolomiten, aber auch im Wilden Kaiser oder im Bergell. Und da unternahm er, anfänglich noch am Seil von Führern, später aber zunehmend in führerlosen Seilschaften, grosse Fahrten, die heute noch Bewunderung hervorrufen. Routen bis zum sechsten Schwierigkeitsgrad, und das zuletzt mit 58 Jahren. Zu Recht war er stolz auf seine Mitgliedschaft im Club Alpino Accademico Italiano, wo nur Bergsteiger Zutritt haben, die selbstständig grosse Touren unternehmen können. Am 17. Februar 1934 stürzte der Roi Alpiniste, alleine kletternd, an den Rochers du Vieux Bon Dieu in Marche-les-Dames bei Namur (Belgien) ab.

Vielerorts auf der Welt lebt Albert I. in den Namen von Strassen, Parks und Hotels, Hütten, Gipfeln und Graten weiter. So heisst eine der bis heute beliebtesten Hütten im Mont-Blanc-Gebiet Refuge Albert 1er – eingeweiht am 30. August 1930 durch den König höchstpersönlich.